Früher Blech, heute Blömcher 

„Markus, guck ens! Hier war doch früher alles voller Autos!“ 

Hannelore bleibt am Kölner Rheinufer stehen. Markus schaut erst auf den Rhein, dann auf seine Frau. 

„Kann sein. Bei unserem Schulausflug habe ich mehr auf die Mädchen geguckt.“ 

„Das hat sich ja bis heute nicht geändert!“ 

Beide lachen. Damals, bei ihren Klassenfahrten nach Köln, sah das Rheinufer noch anders aus. In den 70er-Jahren verschwand die Uferstraße nach und nach im Tunnel. Obendrauf kamen Erde, Rasen, Bäume und Sträucher – später auch das Fundament der neuen Hochwasserschutzwand. 

„Also Autos nach unten und Natur nach oben“, stellt Markus fest. „Gar nicht schlecht!“ 

Inzwischen sind Hannelore und Markus am Haxenhaus angekommen. Direkt am Rhein, dort, wo die historische Salzgasse endet, entdecken sie die große Terrasse. 

Über 100 Plätze, rustikale Gartenmöbel, Blumen, Kräuter und Sträucher – liebevoll gehegt und gepflegt von der guten Seele des Hauses. Ein bisschen Garten, ein bisschen Wiese und mittendrin das kölsche Leben. 

Handys werden gezückt, Fotos gemacht, KD-Schiffe legen an. Sehen und gesehen werden gehört schließlich auch dazu. 

„Komm, wir setzen uns draußen hin!“, sagt Hannelore. 

„Aber heute Abend wird’s frisch.“ 

Sie zeigt auf Heizstrahler und Windschutz. 

„Markus, die Kölner haben sogar das Wetter organisiert!“ 

Kurz darauf sitzen beide gemütlich mit Blick auf den Rhein. 

Hannelore hebt ihr Glas: „Früher Klassenfahrt und Autolärm – heute Rheinblick und Haxenhaus.“ 

Markus prostet ihr zu. 

„Siehste: Älterwerden hat auch Vorteile!“ 

Und manchmal muss man nur sitzen bleiben, um sie zu genießen.