Typisch kölsch… Elfter im Elften

Im frühen Mittelalter wurde der rheinische Karneval von der katholischen Kirche verchristlicht, was zur Folge hatte, dass sich die Veranstaltungszeiten auch nach dem christlichen Kalender ausgerichtet haben.

Im Jahr 325 auf dem Konzil von Niccäa wurde das Osterdatum auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Papst Gregor der Große führte dann um das Jahr 600 eine 40-tägige Fastenzeit ein, die an die Zeit Jesu erinnern sollte, die er in der Wüste verbracht hatte. Eine Reduzierung dieser Frist fand dann 1091 statt, als das Konzil von Benevent die sechs Sonntage vor Ostern davon ausschloß. Somit beginnt die Zeit des Fastens auch heute noch in der Nacht zu Aschermittwoch.

Im Jahr 1823 gründete sich das „Festordnende Komitee“, welches der bis dahin ungeordneten kölnischen Fastnacht eine neue Richtung und mehr Organisation gab. Und die Vorbereitungen auf die „fünfte Jahreszeit“ forderten dabei natürlich genügend Vorlaufzeit. Bei der Suche nach einem neuen Termin einigte man sich wieder auf ein christliches Datum, nämlich auf das „Epiphaniafest“ bzw. „Heilige Drei Könige“ am 6. Januar, dem früher auch eine Fastenzeit von 40 Tagen vorausging. Und da man bereits an Ostern die Sonntage der Fastenzeit ausgeklammert hatte und man die Gläubigen sanftmütig stimmen wollte, schloß man hier auch die Fastensamstage aus. Wenn man nun diese Samstage und Sonntage addiert und sie zu den 40 Tagen hinzurechnet, ergibt das 56 Tage. Und vom 11.11. bis zum 6. Januar sind es eben genau 56 Tage. In diesem Sinne „Kölle Alaaf“ auf einen schönen Fasteleer!

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