Hochwasser in Köln – Rettungsboot schwebt vorm Haxenhaus

An das Hochwasser in Köln im Dezember 1993 erinnern wir uns noch sehr genau. Der Rhein überschwemmte ganze Teile der Altsadt, Rodenkirchen, Sürth und Weiß. Das gesamte Untergeschoss des Haxenhaus stand damals unter Wasser und war nur per Boot zu erreichen. Nachdem sich die Flut dann zurückgezogen hatte, waren die Schäden von insgesamt 85 Millionen Euro noch lange sichtbar.

Dass es künftig noch schlimmer werden könnte, davor warnen nun Hochwasserschutzexperten. Denn allein in den Wintermonaten ist durch den Klimawandel mit bis zu 25% mehr Niederschlag zu rechnen.

Aus diesem Grund schwebte am vergangenen Mittwoch ein Rettungsboot in schwindelnden knapp 13 Metern Höhe vorm Haxenhaus und reichte bis zu den Fenstern im ersten Obergeschoss. Darunter stand die weiße Hochwasser-Spundwand, die an dieser Stelle die Kölner Altstadt vor einem Hochwasser-Pegelstand von 11,30 Metern schützt.

Hochwasser Rettungsboot

Die „Hochwassernotgemeinschaft Rhein e.V.“ – ein Zusammenschuss von Rheinanlieger-Städten – hatte die Aktion mit dem Boot organisiert. Damit erinnerte sie daran, dass in Zukunft mit extremen Hochwasserpegeln gerechnet werden muss. Köln müsse in der Zukunft mit einem möglichen Pegelstand von 12,90 Metern rechnen, so Reinhard Vogt von der Notgemeinschaft. Das Rettungsboot, das in 12,90 Meter hing, soll die in Zukunft zu erwartenden Pegelstände vor Augen führen. Die jetzigen Hochwasserschutzwände böten also in der Zukunft nur bedingt Schutz und könnten nur bedingt zukünftigen, extremen Pegelständen standhalten. Mehr dazu hier.

Um vor künftigem Hochwasser besser geschützt zu sein, stellte die Notgemeinschaft einen Forderungskatalog auf, bei denen es vor allem darum geht, langfristige Lösungen zu finden. Wir finden es toll, dass mit solchen Aktionen zum einen ein stärkers Bewusstsein für diese Problematik geschaffen und zum anderen gleichzeitig nach Lösungen gesucht wird. Denn auf ein weiteres Hochwasser wie im Jahr 1993 können und möchten wir gerne verzichten.

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